Lieferantenverhandlungen erfolgreich führen: Strategien für bessere Preise und Konditionen im Einkauf

Wie bereiten Sie sich auf eine Lieferantenverhandlung vor?

Eine gute Vorbereitung beantwortet fünf Fragen, bevor das erste Gespräch stattfindet: Was geben wir aus? Was ist ein realistischer Zielpreis? Was ist unsere beste Alternative (BATNA)? Was sagt der Markt? Und wer muss intern mitziehen? Zusammen bestimmen sie Ihre Verhandlungsposition. Die Grundlage ist eine konsolidierte Sicht auf den Spend über alle Werke und Bestellungen hinweg, ein aus Kostenmodellen und Marktdaten hergeleiteter Zielpreis sowie aktuelle Daten zu Rohstoffen, Energie und Wechselkursen.

Was ist eine BATNA und warum ist sie im Einkauf wichtig?

Die BATNA (Best Alternative to a Negotiated Agreement) ist Ihre beste Option, falls keine Einigung zustande kommt – typischerweise ein zweiter qualifizierter Lieferant. Ohne Alternative haben Sie keine echte Verhandlungsmacht; Sie verhandeln nur noch über das Ausmaß des Nachgebens. Dual- und Multiple-Sourcing-Strategien schaffen genau diese Alternativen – deshalb ist die BATNA keine reine Risikofrage, sondern eine Verhandlungsfrage.

Woran erkennen Sie, ob eine Preiserhöhung des Lieferanten überhaupt berechtigt ist?

Gleichen Sie die Forderung mit Marktdaten ab, statt sie hinzunehmen. Beispiel: Ein Lieferant kündigt eine Erhöhung von 8 % mit gestiegenen Stahlkosten an, doch die relevante Stahlnotierung ist nur um 3 % gestiegen und Stahl macht 60 % des Teilepreises aus – berechtigt sind damit rund 1,8 %, nicht 8. Eine Cost-Model- oder Zielpreisanalyse macht aus einer hinzunehmenden Forderung eine verhandelbare Position, und Sie argumentieren „auf Basis aktueller Materialkosten sollte der Preis bei X liegen" statt nur „zu teuer".

Wie oft sollten Lieferantenpreise neu verhandelt werden?

Eine pauschale Frequenz gibt es nicht – neu verhandelt wird, wenn sich die Faktenbasis ändert, mindestens aber im Rahmen fester Review-Zyklen. Vier Treiber sind maßgeblich: Rohstoffmärkte (z. B. fallende Stahl- oder Energiepreise), Vertragslaufzeiten und auslaufende Rahmenverträge, Inflation sowie indexbasierte Preisgleitklauseln. Strategische Warengruppen sollten Sie zusätzlich in festen Zyklen überprüfen, typischerweise quartalsweise oder jährlich, je nach Volumen und Volatilität.

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