5 Tipps für Preisabwehr bei Lieferanten: So wehren Sie Preiserhöhungen ab
Nicolas Neubauer
August 24, 2026
Ist jede Preiserhöhung eines Lieferanten automatisch berechtigt?
Nein. Auch wenn Rohstoff-, Energie- und Frachtkosten aktuell breit steigen, ist eine pauschale Preiserhöhung selten in voller Höhe gerechtfertigt. Erst die Aufschlüsselung nach Kostentreibern und der Abgleich mit realen Marktindizes zeigt, welcher Anteil einer Forderung tatsächlich Bestand hat.
Wie lehne ich eine Preiserhöhung ab?
Eine Preiserhöhung lehnen Sie ab, indem Sie die Forderung in ihre Kostenbestandteile zerlegen und mit realen Marktindizes belegen, welcher Anteil nicht gerechtfertigt ist. Die Ablehnung erfolgt schriftlich und mit konkreten Zahlen statt mit einem allgemeinen Gegenargument – so wird daraus eine nachvollziehbare, verhandelbare Position statt eines reinen "Nein".
Wie reagiere ich auf Preiserhöhungen?
Reagieren Sie auf eine Preiserhöhung nie sofort mit Zusage oder Ablehnung. Fordern Sie zunächst eine Aufschlüsselung der Kostentreiber an und prüfen Sie diese gegen externe Marktdaten zu Rohstoffen, Energie, Fracht und Wechselkursen. Antworten Sie erst danach mit einer eigenen, datenbasierten Gegenposition.
Wie widerspricht man einer Preiserhöhung?
Einer Preiserhöhung widerspricht man am wirksamsten mit belastbaren Daten statt mit einem pauschalen Gegenargument. Marktindizes, interne Preisvergleiche über Werke und Regionen sowie Vergleichsteile zeigen konkret, welcher Teil der Forderung nicht durch reale Kostenentwicklung gedeckt ist. Der Widerspruch sollte diese Belege direkt benennen.
Braucht Preisabwehr ein großes IT-Projekt?
Nein. Preisabwehr lässt sich mit vorhandenen Spend- und Preisdaten umsetzen, ohne Anbindung an Quellsysteme. Ein fokussierter Einstieg über 2–3 Warengruppen liefert in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen erste Ergebnisse.
Was ist der Unterschied zwischen Preisabwehr und klassischer Spend Analytics?
Spend Analytics zeigt, wo und wie viel ausgegeben wurde. Preisabwehr geht einen Schritt weiter und prüft, ob ein einzelner Lieferantenpreis unter aktuellen Marktbedingungen wirtschaftlich noch korrekt ist – und liefert die Verhandlungsargumente dafür.
Kann KI Lieferantenverhandlungen automatisch führen?
Nein. KI-gestützte Systeme wie ivoflow bereiten Analysen und Verhandlungsargumente vor, die eigentliche Verhandlung und finale Entscheidung trifft weiterhin der Einkäufer.
Inhalt
Nicolas Neubauer
Nicolas Neubauer ist Mitgründer und Geschäftsführer von ivoflow. Vor der Gründung war er selbst im strategischen Einkauf der Automobilzuliefererindustrie tätig, wo er den Mangel an digitalen Lösungen für den Einkauf am eigenen Leib erlebte. Bei ivoflow treibt er die Vision einer Software von Einkäufern für Einkäufer voran und schreibt über Digitalisierung, Markttrends und die Zukunft des strategischen Einkaufs.
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