Seit 2019 bringt die DPW als eine der führenden Fachmessen für digitalen Einkauf internationale Einkaufsverantwortliche zusammen, in diesem Jahr in einer besonders eindrucksvollen Location: dem RAI Amsterdam. Vom 29. September bis 1. Oktober 2026 werden dort mehr als 2.500 Einkaufs- und Supply-Chain-Verantwortliche, über 500 Unternehmen und mehr als 100 Sprecher:innen erwartet, alle unter dem diesjährigen Motto "RECODE": der Neugestaltung dessen, wie Einkauf und Supply Chain künftig funktionieren. Auf dem Programm stehen unter anderem das CPO Forum, die DPW Awards, zahlreiche Networking-Events und eine Expo Hall mit mehr als 130 Procurement-Technologie-Lösungen. Als eigenes Format der Fachmesse bietet die DPW in diesem Jahr wieder sogenannte Tech-Safaris an: geführte Touren durch die Expo Hall, aufgeteilt in verschiedene Kategorien. Welche Lösungen im Bereich Spend Intelligence und Strategy die diesjährige Tech-Safari bestreiten dürfen, fassen wir in diesem Blogpost zusammen.
Was ist die DPW (Digital Procurement World)? Digital Procurement World (DPW) wurde 2019 in Amsterdam gegründet und bezeichnet sich selbst als das einflussreichste Tech-Event im Einkauf und Supply Chain Management. Die Ausgabe 2026 läuft vom 29. September bis 1. Oktober im RAI Amsterdam und bringt über 2.500 Praktiker:innen, mehr als 500 Unternehmen und über 100 Sprecher:innen unter dem Motto "RECODE" zusammen. Tag null (29. September) verteilt sich auf Networking-Events an verschiedenen Orten in Amsterdam. Die eigentliche zweitägige Konferenz (30. September und 1. Oktober) findet im RAI Amsterdam statt, mit einer Expo Hall von über 130 Procurement-Technologie-Lösungen.
Was sind DPW Tech Safaris? Tech Safaris sind kuratierte, geführte Touren durch die DPW-Expo-Hall, die es Teilnehmenden erlauben, eine konkrete Einkaufsherausforderung in kleiner Gruppe zu erkunden, statt über 130 Stände einzeln abzulaufen. Jeder Stopp dauert rund 13 Minuten: eine einminütige Ausstellervorstellung, ein fünfminütiger Praxisbericht einer Anwenderin oder eines Anwenders, zwei Minuten Q&A und fünf Minuten Übergang zum nächsten Stopp.
Für Teilnehmende bedeutet das:
Sorgfältig ausgewählte Lösungen zur selben Einkaufsherausforderung in einem geführten, zeiteffizienten Format erkunden. Echte Kundenstimmen von Praktiker:innen hören, die die Technologie bereits nutzen, und erfahren, wie sie in der Praxis Wert liefert. In einer kleinen Gruppe von Einkaufspraktiker:innen mit ähnlichen Herausforderungen Erfahrungen austauschen. Die DPW 2026 bietet sechs Tech-Safari-Strecken: Spend Intelligence & Category Strategy, Supplier Risk, Resilience & Performance, Strategic Sourcing & Negotiation Excellence, Procure-to-Pay & AP Automation, Intake & Orchestration sowie AI-Native Procurement. Safaris werden vorab über die DPW-App gebucht; Details stehen auf der offiziellen Tech-Safaris-Seite .
Die Tech Safari "Spend Intelligence & Category Strategy" Diese Strecke bündelt Lösungen rund um Spend-Sichtbarkeit, Forecasting und die Identifikation von Einsparpotenzialen. Mehrere Aussteller sind Teil dieser Tech Safari auf der DPW 2026; dieser Artikel stellt vier davon vor, alphabetisch: Dexter, ivoflow, Mithra AI und Spendkey.
4 Spend Intelligence & Strategy Lösungen auf der DPW 2026 1. Dexter Dexter (Dexter Technologies GmbH, Sitz in Deutschland) ist eine KI-basierte Softwarelösung für Ausgabenanalyse. Die Software liest Rechnungen automatisch aus, kategorisiert jede Zeile mithilfe von KI und identifiziert Sparpotenziale, Budgetüberschreitungen und Maverick-Buying. Zu den Kernfunktionen zählen die automatische Zeilenanalyse von Rechnungen, die Erkennung von Duplikaten und Konsolidierungsmöglichkeiten, der Abgleich von Rechnungen mit Verträgen zur Leckage-Identifikation sowie die Harmonisierung von Daten über mehrere ERPs hinweg. Dexter richtet sich an komplexe Unternehmen mit fragmentierten Systemlandschaften und hohem Ausgabenvolumen, die ohne umfangreiches ERP-Integrationsprojekt Sichtbarkeit brauchen; ein Go-live ist innerhalb von zwei Wochen allein auf Basis von Rechnungsdaten möglich. Konkrete Einsparquoten nennt die Website nicht, dafür sieben Referenzkunden.
2. ivoflow ivoflow ist eine KI-gestützte Spend- & Price-Intelligence-Plattform für globale Fertigungsunternehmen. Sie verknüpft interne Einkaufs- und Preisdaten mit Echtzeit-Marktinformationen, darunter hunderte Indizes zu Metallen, Kunststoffen, Energie, Fracht, Löhnen, Zöllen und Wechselkursen, und macht daraus per KI belegbare Verhandlungsmaßnahmen. Gegründet 2020 mit Sitz in Koblenz, ist ivoflow nach ISO 27001 und 9001 zertifiziert und im Einsatz bei Fertigungsunternehmen wie Jaguar Land Rover, ZF Lifetec, ZWILLING, Dräxlmaier und der Fischer Group. ivoflow erzielt 3 bis 7 % Einsparung in adressierten Warengruppen innerhalb weniger Wochen nach Go-live. ivoflow wird auf der DPW 2026 als Teil dieser Tech Safari ausstellen.
3. Mithra AI Mithra AI (Mithra-AI, Sitz in den Niederlanden) ist eine Procurement-Intelligence-Plattform, die unstrukturierte Ausgabendaten in Einsparpotenziale übersetzt. Sie nutzt KI-Agenten zur automatischen Kategorisierung von Transaktionen, zur Erkennung von Lieferantenkonsolidierungsmöglichkeiten sowie zur Identifikation von Vertragslecks und Preisabweichungen, ergänzt um eine Copilot-Funktion namens "Atlas" für Ausgabenanalysen und Berichterstattung. Mithra AI richtet sich an Enterprise-Procurement-Teams mit hohem Ausgabenvolumen. Die Plattform hat nach eigenen Angaben mehr als 260 Milliarden Euro an Ausgabendaten verarbeitet, identifiziert 10 % zusätzliche Einsparungen, spart im Schnitt 75 Stunden pro Monat, erreicht 97 % Klassifizierungsgenauigkeit beim ersten Durchlauf und liefert einen 5-fachen ROI im ersten Jahr.
4. Spendkey Spendkey ist eine KI-gestützte Spend-Analytics- und Procurement-Plattform, die Ausgabendaten in verwertbare Erkenntnisse umwandelt. Der Fokus liegt auf vier Bereichen: Spend Visibility & Opportunity Assessment, Contract Visibility & Validation, Supplier Audits & Margin Recovery sowie einem Commercial Control Layer zur Validierung vor Vertragsabschluss. Spendkey richtet sich an Finance Leader, Procurement Leader, Private-Equity-Firmen und Technology Leader. Als Beispiele nennt die Plattform 4,2 Millionen britische Pfund wiederhergestellte Rechnungsabweichungen bei Frachtkosten (auf Basis von 24 Monaten Daten) und rund 13,6 Millionen US-Dollar an ungeschütztem Risiko, das vor Vertragsausführung identifiziert wurde; insgesamt analysiert Spendkey nach eigenen Angaben hunderte Milliarden an Transaktionen für globale Marken.
Die 4 Lösungen im Vergleich:
| Kriterium | Dexter | ivoflow | Mithra AI | Spendkey |
|:-------------------------------:|:------------------------------------------------------------------------------------------------------------:|:-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------:|:----------------------------------------------------------------------------------------------------------------:|:----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------:|
| ICP / Zielgruppe | Komplexe Unternehmen mit fragmentierten ERP-Landschaften und hohem Rechnungsvolumen | Globale Fertigungsunternehmen im Direktmaterial-Einkauf (u.a. Automotive, Industrial Manufacturing, Medizintechnik) | Enterprise-Procurement-Teams mit hohem Ausgabenvolumen (Referenzkunden aus NL/DE/BE) | Finance Leader, Procurement Leader, Private-Equity-Firmen, Technology Leader |
| Kernproblem / Anwendungsfall | Retrospektive Rechnungsanalyse: Fehler, Duplikate, Leakage | Prospektive Preisökonomie: sind laufende Serienpreise wirtschaftlich noch gerechtfertigt | Bereinigung und Kategorisierung unstrukturierter Spend-Daten, generische Einsparidentifikation | Kommerzielle Kontrolle: Spend Visibility, Contract Validation, Margin Recovery, Pre-Signature-Prüfung |
| Datenbasis | Ausschließlich Rechnungsdaten | Interne Preis-/Spend-/BOM-Daten plus hunderte externe Marktindizes (Metalle, Energie, Fracht, Löhne, Zölle, FX) | Interne Transaktions- und Spend-Daten | Spend-, Vertrags- und Rechnungsdaten |
| Kernfunktionen | Automatische Rechnungszeilenanalyse, Duplikatserkennung, Rechnung-Vertrag-Abgleich, Multi-ERP-Harmonisierung | AI Cost-Saving-Toolbox, AI Negotiation Advisor, AI Supplier Dossier, Marktindex-Anreicherung | Automatische Kategorisierung, Lieferantenkonsolidierung Vertragsleck-/Preisabweichungserkennung, "Atlas"-Copilot | Spend Visibility & Opportunity Assessment, Contract Visibility & Validation, Supplier Audits & Margin Recovery, Commercial Control Layer |
| Ansatz | Retrospektiv (nach Rechnungsstellung) | Prospektiv (marktgetrieben, vor/während Verhandlung) | Retrospektiv / analytisch | Beides: Audits retrospektiv, Commercial Control Layer prospektiv vor Vertragsabschluss |
| Besonderheit | Go-live in 2 Wochen, kein Integrationsprojekt nötig | Einzige Lösung mit Fokus auf Direktmaterial und externe Marktbewegungen | KI-Copilot "Atlas" für Analysen und Reporting | Pre-Signature-Kontrolle vor Vertragsabschluss, explizite PE-Zielgruppe |
| Genannte Kennzahlen (Beispiele) | Keine Einsparquote genannt, 7 Referenzkunden | 3 bis 7 % Einsparung in adressierten Warengruppen | Über 260 Mrd. EUR verarbeitete Ausgabendaten, 10 % zusätzliche Einsparungen, 5-facher ROI im ersten Jahr | 4,2 Mio. GBP wiederhergestellte Frachtabweichungen, rund 13,6 Mio. USD identifiziertes Risiko
|
Mehr auf der DPW 2026 Über die hier vorgestellten vier Lösungen hinaus bietet die DPW 2026 ein breites Spektrum an weiteren Ausstellern, Keynotes, Workshops und Networking-Formaten rund um digitalen Einkauf und Supply Chain.
Weitere Tech Safaris auf der DPW:
Supplier Risk, Resilience and Performance Strategic Sourcing & Negotiation Excellence Procure-to-Pay & AP Automation Intake & Orchestration AI-Native Procurement