In vielen Unternehmen – insbesondere in der produzierenden Industrie – machen die Einkaufskosten 50 bis 70 % des Umsatzes aus. Dennoch wird das enorme Potenzial der Beschaffung oft nicht vollständig genutzt. Als einer der wichtigsten Hebel für die Profitabilität hat der Einkauf direkten Einfluss auf Margen, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. In diesem Zusammenhang können datenbasierte Entscheidungen den entscheidenden Unterschied machen. Im folgenden Blogbeitrag beleuchten wir die Auswirkungen des Einkaufs auf den Geschäftserfolg, warum die richtigen KPIs für fundierte Entscheidungen entscheidend sind, und zeigen auf, welche Rolle verschiedene Hebel spielen, um das volle strategische Potenzial der Beschaffung auszuschöpfen.
Warum Einkauf über den Unternehmenserfolg entscheidet Je höher der Materialkostenanteil, desto stärker beeinflussen Einkaufsentscheidungen die Profitabilität. Eine Preissenkung von nur wenigen Prozentpunkten wirkt oft stärker auf das Ergebnis als Umsatzsteigerungen oder Prozessoptimierungen in anderen Bereichen.
Gleichzeitig ist die Beschaffung heute komplexer denn je: volatile Rohstoffpreise, globale Lieferkettenrisiken, steigende Nachhaltigkeitsanforderungen, vielfältige Produktvarianten und hoher Kostendruck stellen Einkäufer vor große Herausforderungen. Ohne strukturiertes Datenfundament werden Entwicklungen zu spät erkannt, und Entscheidungen fallen oft isoliert.
EBIT Walk vs. Cost of Goods Sold – warum KPIs oft das Problem sind Viele Unternehmen steuern Profit klassisch über den EBIT Walk: Umsatz – Kosten – Ergebnis. Das funktioniert grundsätzlich, führt jedoch häufig zu Silo-Optimierungen. Jede Abteilung optimiert „ihren“ Bereich, statt gemeinsam das beste Ergebnis zu erzielen. Ein typisches Beispiel: Logistik möchte mehr für Verpackung ausgeben, um Lagerkosten zu senken, der Einkauf möchte das verhindern, um seine KPIs zu schützen. Beide haben recht – und doch arbeiten sie gegeneinander.
Ein besserer Ansatz ist die Steuerung über Cost of Goods Sold (COGS) . Hier werden Einkauf, Logistik und Fertigung gemeinsam für den gesamten Produktkostenblock verantwortlich gemacht. Die Vorteile: gemeinsame KPIs, weniger politische Diskussionen, niedrigere Material- und Logistikkosten und vor allem bessere Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Studien und Praxisbeispiele zeigen, dass der Wechsel von EBIT zu COGS die Profitabilität deutlich steigern kann – oft genug, um den Unterschied zwischen Verlust und Gewinn auszumachen.
Der Schlüssel: Daten, Transparenz und schnelle Reaktionsfähigkeit Volatile Märkte – Materialkosten, Energiepreise, Wechselkurse oder Transportkosten – machen schnelle Entscheidungen unerlässlich. Nur wer über transparente, aktuelle und verlässliche Daten verfügt, kann reagieren.
Typische Herausforderungen im Einkauf ohne gute Daten:
Ist der heutige Preis nach den letzten Rohstoffschwankungen noch fair? Welche Teile sind von globalen Krisen (z. B. Chipmangel) betroffen? Wo verbergen sich Einsparpotenziale über tausende Teile hinweg? Welche Lieferanten und Werke sind besonders risikobehaftet? Daten ermöglichen es, interne und externe Informationen zu kombinieren, zu analysieren und in konkrete Einsparideen zu übersetzen.
Drei konkrete Beispiele aus der Spend-Analytics-Praxis Material-, Energie- und Lohnkostenentwicklung Marktindizes zeigen Preisentwicklungen, Einfluss auf Stückpreise und Handlungsbedarf für Verhandlungen.Herstellerteile-Referenzen vergleichen (MPN Matching) Identische Bauteile weltweit erkennen und Preisunterschiede sichtbar machen.Lineare Preis-Modelle Tausende Artikel analysieren, Ausreißer und unfaire Preise automatisch identifizieren.Warum alle Hebel gleichzeitig zählen Viele Unternehmen arbeiten ihre Einsparpotenziale nacheinander ab: „Dieses Jahr Materialkosten, nächstes Jahr Preisstaffeln.“ Effizienter ist eine gleichzeitige Betrachtung aller relevanten Hebel, da jede Warengruppe anders reagiert.
Wer den Einkauf zu einem echten strategischen Wertetreiber entwickeln möchte, folgt diesen Prinzipien:
datengetriebene Entscheidungen bereichsübergreifende Zusammenarbeit Transparenz über Kosten, Märkte und Risiken Fokus auf die gesamte Wertschöpfung statt Silo-KPIs Unternehmen, die diese Prinzipien umsetzen, steigern ihre Profitabilität, agieren stabiler in Krisenzeiten und entwickeln eine nachhaltige, resiliente Supply Chain. Einkauf ist heute einer der stärksten Hebel für langfristigen Unternehmenserfolg – und Daten sind der Schlüssel dazu.
Deep Dive gefällig? In unserem letzten Experten-Webinar "Data Speaks Louder Than Words – How to Turn Procurement Into a Value Driver" haben wir uns dem Thema gewidmet.