Industrieunternehmen stehen zunehmend unter Druck, Einkaufskosten zu senken, Margen zu verbessern und schneller auf volatile Marktbedingungen zu reagieren. Besonders in Branchen wie z.B. Automobil-Industrie machen Materialkosten einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten aus. Dadurch wird der Einkauf zu einem der wichtigsten Hebel für Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit.
Gleichzeitig arbeiten in vielen Unternehmen Einkauf, Spend Analytics und Cost Engineering noch immer in voneinander getrennten Strukturen. Während Einkäufer mit ERP-, Preis- und Spend-Daten arbeiten, erstellen Cost Engineering Teams detaillierte Kostenmodelle und Cost Break Down Analysen häufig in separaten Systemen oder Excel-Dateien. Diese Modelle werden oftmals nur während Preisverhandlungen genutzt und anschließend nicht weiter betrachtet. Dadurch entsteht eine erhebliche Transparenzlücke.
Einkaufsorganisationen wissen zwar, wo sie Geld ausgeben, haben jedoch häufig keine Transparenz darüber, ob Lieferantenpreise tatsächlich zur aktuellen Marktentwicklung und zu realistischen Herstellkosten passen. Besonders problematisch wird dies in Zeiten stark schwankender Rohstoff-, Energie- und Lohnkosten.
Warum Spend Analytics allein nicht ausreicht Genau deshalb kombinieren immer mehr Unternehmen Spend Analytics, Should Costing und Kostenanalyse im Einkauf in einem gemeinsamen Procurement Intelligence Ansatz. Statt ausschließlich historische Spend-Daten zu analysieren, können Einkaufsorganisationen Lieferantenpreise kontinuierlich mit Zielkosten und Marktbewegungen vergleichen und dadurch frühzeitig Einsparpotenziale identifizieren.
Should Costing und Spend Analytics arbeiten Hand in Hand, weil Einkaufsorganisationen sowohl Transparenz über ihre Ausgaben als auch detaillierte Kosteninformationen benötigen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Spend Analytics zeigt, wo Geld ausgegeben wird und wo Preisabweichungen existieren, während Should Costing und Cost Break Down Analysen erklären, warum diese Abweichungen entstehen, und welche Kostentreiber dahinterstehen.
Durch die Integration von Lieferantenkostenstrukturen, Should Cost Modellen, Marktinformationen und Einkaufsdaten in einer Plattform können Unternehmen Lieferantenpreise kontinuierlich mit Zielkosten und aktuellen Marktbedingungen vergleichen. Dadurch können Einkaufsorganisationen Verhandlungspotenziale proaktiv identifizieren, Lieferantenpreise benchmarken und Kosten über den gesamten Produktlebenszyklus steuern.
Was ist Should Costing im Einkauf? Should Costing im Einkauf beschreibt eine Kostenkalkulationsmethode zur Berechnung realistischer Zielpreise für Produkte oder Komponenten auf Basis von Materialpreisen, Lohnkosten, Maschinenkosten, Gemeinkosten, Logistik, Energieverbrauch und Lieferantenmargen.
Should Costing hilft Einkaufs- und Cost Engineering Teams dabei zu verstehen, ob Lieferantenpreise mit den tatsächlichen Herstellkosten und aktuellen Marktbedingungen übereinstimmen. Ziel eines Should Cost Modells ist nicht ausschließlich die Preisreduzierung, sondern die Schaffung von Transparenz über die Kostentreiber hinter einem Lieferantenangebot.
Ein typisches Should Cost Modell im Einkauf beinhaltet unter anderem:
Should Costing im Einkauf: Wie Kostenanalyse und Spend Analytics zusammenarbeiten Rohmaterial: Aluminium, Stahl, KunststoffeFertigungskosten: Zykluszeiten, MaschinenlaufzeitenArbeitskosten: Maschinenbediener, MontageEnergiekosten: Strom, GasGemeinkosten: Verwaltung, SG&ALogistikkosten: Verpackung, TransportLieferantenmarge: GewinnaufschlagViele Unternehmen nutzen Should Costing heute noch ausschließlich während Ausschreibungen oder Preisverhandlungen. Dieser Ansatz begrenzt jedoch häufig den langfristigen Mehrwert von Cost Engineering im Einkauf.
Industrieprodukte bleiben oftmals über mehrere Jahre aktiv, während sich Rohstoffpreise, Energiekosten und Lohnkosten kontinuierlich verändern. Ohne einen laufenden Abgleich verlieren Einkaufsorganisationen die Transparenz darüber, ob Lieferantenpreise weiterhin zur aktuellen Marktsituation passen. Deshalb integrieren moderne Einkaufsorganisationen Should Costing zunehmend direkt in ihre Spend Analytics Lösungen, um Lieferantenpreise kontinuierlich mit Zielkosten und Marktbewegungen abzugleichen.
Wie funktioniert Should Costing im Einkauf?
Should Costing im Einkauf funktioniert, indem für ein Produkt oder Bauteil ein Zielpreis berechnet und anschließend kontinuierlich mit Lieferantenpreisen verglichen wird.
Der Prozess beginnt in der Regel mit einem detaillierten Kostenmodell, das die erwartete Kostenstruktur eines Produkts analysiert. Einkaufs- und Cost Engineering Teams nutzen Materialbenchmarks, Lohnsätze, Maschineninformationen, Gemeinkostenannahmen und Marktinformationen, um zu berechnen, wie hoch ein realistischer Lieferantenpreis sein sollte.
Der Prozess umfasst typischerweise:
Analyse von Lieferanten- und Einkaufsdaten Erstellung eines Should Cost Modells Durchführung einer Cost Break Down Analyse Vergleich von Lieferantenpreisen mit Zielkosten Kontinuierlichen Abgleich mit Marktbewegungen Identifikation von Verhandlungspotenzialen Moderne Einkaufsorganisationen automatisieren diesen Prozess zunehmend durch die Integration von:
ERP-Daten Lieferantenangeboten Rohstoffmarktinformationen Materialindizes Lohnbenchmarks Energiekosten Spend Analytics Dashboards Dadurch entsteht kontinuierliche Procurement Intelligence anstelle statischer Kalkulationen.
Was ist eine Cost Break Down Analyse? Eine Cost Break Down Analyse beschreibt eine Methode im Einkauf, bei der Lieferantenpreise in einzelne Kostenbestandteile aufgeteilt werden, beispielsweise Materialkosten, Lohnkosten, Overhead, Logistik, Fertigungskosten oder Lieferantenmargen.
Einkaufsorganisationen nutzen Cost Break Down Analysen, um Einsparpotenziale zu identifizieren, Lieferantenangebote zu benchmarken und Preisstrukturen transparenter zu machen.
Eine typische Cost Break Down Analyse beinhaltet:
Rohmaterialkosten Lohnkosten Bearbeitungskosten Rüstzeiten Zykluszeiten Werkzeugkosten Energieverbrauch Gemeinkosten Logistikkosten Lieferantenmargen Ziel einer Cost Break Down Analyse ist es zu verstehen, welche Kostentreiber für Preisabweichungen verantwortlich sind.
Dadurch können Einkaufsorganisationen beispielsweise folgende Kostentreiber erkennen:
überhöhte Rüstzeiten, ineffiziente Zykluszeiten, überdurchschnittliche Lohnannahmen, hohe Gemeinkosten, teure Zulieferkomponenten, unvorteilhafte Materialausnutzung. RAnstatt ausschließlich über den Endpreis zu verhandeln, können Einkäufer dadurch gezielt einzelne Kostenbestandteile adressieren. Dies macht Lieferantenverhandlungen transparenter, datengetriebener und faktenbasierter.
Warum sind Cost Engineering und Kostenanalyse im Einkauf so wichtig? Während Spend Analytics zeigt, wo Einkaufsorganisationen Geld ausgeben, erklären Should Costing und Cost Engineering im Einkauf, ob diese Preise wirtschaftlich gerechtfertigt sind. Ohne Should Costing bleibt Spend Analytics somit häufig rein deskriptiv. Einkaufsorganisationen erkennen zwar hohe Spend-Werte oder Preisabweichungen, verfügen jedoch nicht über ausreichende Transparenz zu den tatsächlichen Kostentreibern. Ohne den Einsatz von Spend Analytics bleiben Kostenmodelle dagegen oft isoliert innerhalb des Cost Engineering Teams und werden nur punktuell genutzt.
Der eigentliche Mehrwert entsteht erst dann, wenn Einkaufsdaten, Marktinformationen, Cost Break Down Analysen und Should Cost Modelle miteinander verbunden werden.
Ein integrierter Procurement Intelligence Ansatz kombiniert:
ERP- und Einkaufsdaten Lieferantenkostenstrukturen Should Cost Modelle Rohstoffmarktinformationen Materialpreisindizes Lohn- und Energiebenchmarks historische Lieferantenpreise Dadurch können Einkaufsorganisationen Lieferantenpreise kontinuierlich mit Zielkosten und aktuellen Marktbewegungen vergleichen.
Einkäufer erkennen dadurch beispielsweise:
wwelche Lieferanten von Zielkosten abweichen, welche Warengruppen von Marktbewegungen betroffen sind, welche Kostentreiber Preisabweichungen verursachen, wo konkrete Verhandlungspotenziale bestehen, welche Lieferanten neu verhandelt werden sollten. Dadurch entwickelt sich der Einkauf von einer reaktiven Beschaffungsfunktion hin zu einer proaktiven, datengetriebenen Procurement Intelligence Organisation.
Best Practices für Should Costing und Kostenanalyse im Einkauf
Unternehmen, die Should Costing und Cost Engineering im Einkauf erfolgreich einsetzen, folgen meist ähnlichen Prinzipien.
Wichtige Erfolgsfaktoren sind:
gemeinsame Datenbasis für Einkauf und Cost Engineering, kontinuierliche Nutzung von Kostenmodellen, Integration von Markt- und Rohstoffdaten, Fokus auf strategische Warengruppen, Kombination aus Technologie und Einkaufsexpertise, transparente Cost Break Down Analysen, kontinuierlicher Lifecycle-Abgleich. Besonders wichtig ist dabei, dass Kostenmodelle nicht nur einmalig bei Ausschreibungen genutzt werden, sondern über den gesamten Produktlebenszyklus aktiv bleiben.
So arbeiten Spend Analytics und Should Costing Hand in Hand Spend Analytics, Should Costing und Cost Engineering im Einkauf schaffen den größten Mehrwert, wenn sie als integrierter Procurement Intelligence Ansatz zusammenarbeiten statt als isolierte Funktionen.
Spend Analytics schafft Transparenz darüber, wo Geld ausgegeben wird. Should Cost Modelle und Cost Break Down Analysen erklären, ob Lieferantenpreise wirtschaftlich gerechtfertigt sind und welche Kostentreiber Preisabweichungen verursachen. In Kombination mit kontinuierlichen Marktinformationen erhalten Einkaufsorganisationen die Möglichkeit, Lieferantenpreise proaktiv über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu steuern – anstatt nur auf Preisforderungen oder Ausschreibungen zu reagieren.
Da Rohstoffmärkte, Energiepreise und Lohnkosten zunehmend volatiler werden, benötigen Einkaufsorganisationen heute mehr als klassische Spend-Reports. Sie benötigen vernetzte, datengetriebene Procurement Intelligence auf Basis von Spend Analytics, Should Costing und Kostenanalyse im Einkauf, um Einsparpotenziale kontinuierlich zu identifizieren und Lieferantenverhandlungen nachhaltig zu verbessern.
Deep Dive gefällig? Hier geht es zur Aufzeichnung unseres Webinars gemeinsam mit costdata zum Thema „How Spend Analytics and Should Costing Work Hand in Hand in Procurement“.
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